Einmal Thüringen und zurück

Ein langgehegter Traum des ehemaligen 1. Vorsitzenden Jürgen Ohlhorst ging Anfang Oktober endlich in Erfüllung, als er gemeinsam mit seinem Gesangverein „Eintracht Großkahl“ einen Vereinsausflug in seine thüringische Heimatstadt Rudolstadt unternehmen konnte.

Auf die 54 Teilnehmer, die sich an einem frühen Herbstmorgen mit dem Reisebus auf den Weg machten, wartete ein ungemein abwechslungs- und erlebnisreiches Wochenende.

Bereits bei einem Stadtrundgang direkt nach der Ankunft bekam die Reisegruppe aus dem oberen Kahlgrund einen ersten Eindruck von der ehemaligen Residenzstadt an der Saale. Ein großer Marktplatz, viele enge Gassen und zahlreiche Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert, überragt vom imposanten Barockschloss Heidecksburg,  prägen noch heute ein Stadtbild, das in den vergangenen 25 Jahren merklich aufpoliert wurde. 

Nächste Station war der nahgelegene Luisenturm, von dessen Zinnen aus sich dem Betrachter ein herrlicher Ausblick auf das südliche Thüringen bietet. Zur Überraschung der Sängerinnen und Sänger warteten auf sie bereits zwei Schauspieler, die ihnen die Geschichte des Bauwerks näher brachten. Außerdem sorgte ein Metzger, der eigens für die bayerischen Gäste eine Grillstation aufgebaut hatte, für köstliche Thüringer Bratwürste.

Weiter ging es nun in das Schloss Kochberg. Vor etwa 200 Jahren lebte hier Charlotte von Stein, deren Freund Goethe ein gern gesehener Gast in diesen Mauern war.

Mit einem gemütlichen Abend zusammen mit den Sängerinnen und Sänger der “Liedertafel“ Rudolstadt endete schließlich der erste Reisetag.

 

Am nächsten Morgen umrahmten die beiden Chöre der “Eintracht“ unter der Leitung ihres Dirigenten Alexander Reuter den Sonntagsgottesdienst in der Rudolstädter Martin-Luther-Kirche.

Anschließend stand nun der Besuch des Schlosses Heidecksburg auf dem Programm. Jürgen Ohlhorst, der schon in seinen Thüringer Jahren oft Besuchergruppen durch das historische Gemäuer geführt hatte, ließ es sich natürlich nicht nehmen, seine Vereinsfreunde persönlich mit den Geheimnissen der Gemächer der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt vertraut zu machen. Einen ganz besonderen Kontrast zur prächtigen und weitläufigen Schlossanlage bot die Miniaturausstellung, die seit einigen Jahren in der ehemaligen Schlossküche eine Heimat gefunden hat. Dort erwacht scheinbar eine winzig kleine Rokokowelt mit Schlössern, Parks und tausenden kleinster, filigraner Gipsfiguren zum Leben und zieht die Besucher in ihren Bann.

So war es schließlich auch nur zu verständlich, dass sich die Reisegruppe erst mit einiger Verspätung auf den Nachhauseweg machen konnte. Müde aber bepackt mit vielen Eindrücken und schönen Erinnerungen kehrte der Großkahler Gesangverein schließlich wieder in den Kahlgrund zurück.

Für manch einen war dies sicher nicht die letzte Reise nach Thüringen.